Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von Ihnen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.

07/26: TMC – Gedankensplitter: Die deutsche Bürokratie
Es ist schon ein zweischneidiges Schwert: Zum einen vermittelt eine sinnvolle Bürokratie Ordnung, definiert Standards, gibt Sicherheit, steht für Gerechtigkeit – zum anderen steht die Bürokratie für einen nicht zu bremsenden und automatisch wachsenden Verordnungs-Wahnsinn, einen aufgeblähten Staat mit der Konsequenz eines immer mehr entmündigten Bürgers…
Wie kam es dazu, was kann man dagegen machen, wie sieht die Zukunft aus – Fragen über Fragen:
Als der „Alte Fritz“ den kräftezehrenden Krieg beenden konnte, stellte sich die Frage, was man mit dem „stehenden Heer“ anfangen könnte und sollte: Soldaten wurden nicht mehr gebraucht. Da kam er auf die glorreiche Idee des Wechsels vom Soldaten hin zum Lehrer und zum Beamten, um für sichere Strukturen im Staatsgebilde zu sorgen. Gedacht – getan: aus Unteroffizieren wurden Lehrer (verbunden mit der Konsequenz der Verbreiterung der Prügelstrafe als Mittel zur „pädagogisch-basierten“ Schüler-Erziehung) und Beamte im Staatsdienst, die Vorgänge militärisch exakt ausführten (ohne selbst denken zu müssen oder gar die erteilten Anordnungen infrage zu stellen).
Die Attraktivität dieser zivil-beruflichen Tätigkeit wurde dann dem verbeamteten – im Gegensatz zum angestellten – Bürger durch wichtige Boni „versüßt“, so beispielsweise mit einer lebenslangen beruflichen Unkündbarkeit und/oder einer nicht unüppigen Pension, die das auf die Gesamt-Lebenszeit bezogene berufliche Tätigkeits-Entgelt bedeutend vergrößerte.
Doch allmählich scheint es sich herumgesprochen zu haben, daß sich Deutschland den überaus üppigen Sozialstaat in Zusammenhang mit einem stets wachsenden Beamtenstaat nicht mehr leisten kann, oder einfach ausgedrückt: Die Ausgaben werden größer als die Einnahmen.
Doch geschickt wird tendenzielles Störfeuer in die simple Logik des gefährlichen Ungleichgewichts von Ein- und Ausgaben gelegt:
- Es findet eine gezielte Verharmlosung von künftig negativen Entwicklungen statt: anstatt „Schulden“ wird für den gleichen Tatbestand „Sondervermögen“ propagiert.
- Still und heimlich hat zwischenzeitlich eine finanzielle Gleichstellung vom Beamten zum Angestellten stattgefunden, sodaß der Beamte – im Gegensatz zum Angestellten – ein üppigeres (und unkündbares) Dasein genießen darf.
- Der Begriff „sozial“ wird – da jeder Mensch sich sozial verhalten muß – überstrapaziert und als Rechtfertigung ins Spiel gebracht, wenn der Staat „korrigierend“ eingreifen muß.
- Der deutsche „Gutmensch“ ist das neue, allumfassende Leitbild bei der Einordnung im Vergleich zu den anderen Weltbürgern: Wir Deutsche helfen „jedem“ und „allen“ – möglichst sogar unaufgefordert und ungebeten.
Welche Maßnahmen und Mittel stehen zur Verfügung, um diesen Tendenzen entgegenzuwirken? Generell wären zwei Maßnahmen hilfreich und denkbar:
Reduzierung des Beamtenstaates: Dieses Ziel würde beispielsweise durch einen Neu-Einstellungs-Stopp bei Beamten (außer in den sicherheitsrelevanten Bereichen wie Polizei, Rechtswesen, Militär) erreichbar sein. Automatisch würde damit eine mengenmäßige Reduzierung der Anweisungen, Veröffentlichungen, Verordnungen, Ge- und Verbote verbunden sein.
Vergrößerung der individuellen Verantwortung des Bürgers: Die Allmacht des Staates würde durch eine stets wachsende Eigen-Verantwortung des Bürgers (sowohl für sich selbst als auch für den Mit-Bürger) ersetzt werden. Der Tendenz hin zu einem – egal welchen – totalitär ausgeprägten Staat würde damit Einhalt geboten werden.
THINK !
Rainer V. Zimmek
Senior Partner
![]()
TMC Trust Management Consultants
